Den einen feiert man, der andere wird verurteilt

Anscheinend scheint es in dieser Welt mal wieder eine Sonderreglung, in Sachen Kriegsverbrechen, für israelische Bürger zu geben. Während man fast 70 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg ehemalige KZ-Aufseher verurteilt, leiben israelische Söldner, die nach dem Zweiten Weltkrieg angebliche Nazis töteten, auf freien Fuß.

Seit dem 6.Mai 2013 ermitteln deutsche Behörden gegen den Ex-Auschwitz-Wachmann Hans Lipischs aus Aalen in Baden-Württemberg und vier weitere früherer KZ-Aufseher des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Das niedersächsische Justizministerium informierte den Rechtsausschuss des Landtags über den Stand entsprechender Vorermittlungen. Diese wurden von der Zentralstelle zur Aufklärung von nationalsozialistischer Verbrechen eingeleitet. Das in Ludwigsburg ansässige Amt wirft den fünf Angeklagten Beihilfe zum Mord vor. Die Zentralstelle begründete die langjährige Untätigkeit mit der frühen Rechtsprechung gegen mutmaßliche NS-Verbrecher nach dem Kriegsende. Erst nach einen Bericht der Zeitung “Welt“, der sich damit befasst hat, dass die Behörden gegen die einstigen KZ-Bediensteten hätten vorgehen müssen, handelten die Ludwigsburger Beamten.
Nachdem 2011 der Richterspruch gegen den Herr Demjanjuk gesprochen wurde und dieser wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28 060 Juden im Vernichtungslager Sobibor zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde, war dann die Zeit für Herr Lipischs, der in den USA wohnte, und die vier anderen angeklagten gekommen.“Die Rechtsprechung im Fall des KZ-Aufsehers John Demjanjuk hat uns veranlasst, im Fall Lipschis neue Ermittlungen anzustellen“, sagte Behördenleiter Kurt Schrimm.
Herr Lipischs sitzt seit dem 6.Mai im Justizvollzugskrankenhaus Hohenasperg in Untersuchungshaft. Er soll von Herbst 1941 bis zum Frühjahr 1945 Morde im Konzentrationslager Auschwitz unterstützt haben. Dabei war Herr Lipischs nur Aufseher und Koch im Konzentrationslager und hatte nie wirklich etwas mit den Morden zu tun. Diese Tatsache erkannte auch ein gewisser Herr Streim, der 1983 in den USA umfangreiches Material gesichtet hatte. Nachdem er 97 Vorgänge und unzählige Protokolle gesichtet und verschiedene Zeugen befragt hatte, sah er keine andere Möglichkeit als Lipischs unbehelligt zu lassen. Doch Heute reicht selbst die Mitwissenschaft über die damaligen Verbrechen für eine Verurteilung aus. Der Behördenleiter Schrimm ging erst davon aus, dass sich möglicherweise 50 mutmaßliche KZ-Aufseher aus den Vernichtungslagern Auschwitz und Auschwitz-Birkenau noch in diesem Jahr wegen Beihilfe zum Mord vor Gericht verantworten müssen. Doch bis jetzt sieht es nicht danach aus, dass diese Ermittlungen eingeleitet werden. Aber die niedersächsische Landesregierung will die weitere Aufarbeitung und Bestrafung von damaligen NS-Gewaltverbrechen unterstützen. Dieses Vorhaben bezieht sich auch auf die laufenden Ermittlungen gegen zwei in Niedersachsen wohnende Ex-Wehrmachtssoldaten. Diese sollen im Jahr 1944 als Angehörige der Wehrmachtsdivision “Hermann Göring“ an Massakern in Italien beteiligt gewesen sein. Während einer der beiden Männer vor einem italienischen Militärgericht freigesprochen wurde, war der andere in Abwesenheit wegen Mordes an italienischen Zivilisten zu lebenslanger Haft verurteilt wurden.

Nun Reisen wir nach Wien. Dort lebt Chaim Miller, der vor 92 Jahren in Wien als Alfred Müller in eine jüdische Familie geboren wurden ist. Anders als seine Eltern wurde Miller nicht in die Vernichtungslager deportiert, da er nach Palästina auswanderte. Als dann 1942 die Gefahr drohte, dass Rommels Afrikakoprs in das britisch verwaltete Territorium übergreifen würden, ließ sich Chaim Miller für den Einsatz hinter den feindlichen Linien vorbereiten. Der spätere israelische Ministerpräsident Jitzchak Rabin brachte ihn den Gebrauch von Waffen aller Art bei. “Außerdem lernte ich alles was ein deutscher Soldat wissen muss. Wie man grüßt. Wie man exerziert. Und wie man deutsche Befehle ausführt.“ , so erzählt Miller. So dass sie sich bei der Wehrmacht einschleichen konnten um dann eine Sabotage durch zu führen. Während des Krieges konnten die sogenannten “Inglourious Basterd“, über die es auch einen sehr fragwürdigen Film gibt, keine Sabotageakte mehr verüben. Doch die jüdische Brigade verfügte über Namen und Adressen von mutmaßlich an der nationalsozialistischen Judenvernichtung beteiligten Personen. Diese wurden dann Nachts aus ihren Wohnhäusern geholt und auf britischen Militärfahrzeugen unter Planen versteckt. Wo sie dann nach einer Fahrt in abgelegenen Waldgebieten verhört, ohne wirkliche Beweise für schuldig befunden und hingerichtet wurden. Hier bereute Miller nur, dass seine paramilitärische Einheit nicht mehr Verbrechen an Ex-Wehrmachtssoldaten verübt hat. Auch die Nachfahren von Chaim Miller scheinen von seinen Taten sehr begeistert zu sein. Seine Enkeltochter ist ebenso der Meinung, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und nicht zu warten, dass andere tätig werden. Und dafür sorgt Herr Miller, da er durch Schulen und jüdische Zentren reist. Um dort seine Geschichte zu erzählen.

Und diese Tatsachen sind einmal mehr der Beweis, das nach dem 2.Weltkrieg meistens nur das deutsche Volk und angehörige der Wehrmacht verurteilt wurden. Und die Verbrechen eines Chaim Millers, als Heldentaten in einen großen Hollywood-Streifen gefeiert werden. Und andere Menschen, die wahrscheinlich nicht freiwillig andere Verbrechen verübt haben, nach über 70 Jahren immer noch dafür zu Rechenschaft gezogen werden. Klar stehen diese Verbrechen in keiner Regulation zueinander. Aber ein Mord bleibt ein Mord! Egal ob man tausende oder nur wenige umgebracht hat. Und deswegen müssten sich so manche Damen und Herren aus der Regierung genauso um eine Verurteilung für Herrn Miller und seine “Inglourious Basterds“ kümmern, wie sie es bei einen Herr Lipischs oder Demjanjuk getan haben. Aber dies werden wir wahrscheinlich nie in naher Zukunft erleben, da nun einmal der Sieger die Geschichte schreibt.